Mikael ist 20 Jahre alt, spricht ein paar Brocken englisch. Stammt aus einer Familie, die in einem Ort am Rande des Hochlandes lebt. Er gehört zum herrschenden Mehrheitsstamm der Tigre, spricht die offizielle Landessprache Tigrinya. Trotz guter Voraussetzungen für einen Start ins Leben ist er geflohen. Weshalb, mag er nicht sagen. Durch den Sudan kam er nach Libyen, dort auf ein Boot mit 450 Menschen, das in Sizilien landete. Wo genau, weiss er nicht. Mit dem Zug kam er nach Deutschland, arbeitet jetzt als Aushilfe beim Roten Kreuz. Er ist fröhlich, offenbar gesund, sieht gut aus. Er könnte ein Sohn des Diktators Isaias Afwerki sein, so sehr ähnelt er dessen Jugendfotos. 

   Unter normalen Umständen wäre er kein guter Anwärter für eine Arbeitserlaubnis in Deutschland, denn seine Bildung ist beschränkt..  Er kann die offizielle Ge'ez-Schrift nicht lesen, zieht wie viele Junge die lateinische Schrift vor. Nur in den Grosstädten Eritreas sind die Schulen gut, auf dem Lande sind die Bildungschancen gering.

   Mikael hat sein Leben riskiert, Entbehrungen erduldet, hat womöglich tausende US Dollar aufgewendet für die Schlepper und hat viel Glück gehabt. Junge, mutige und beharrliche Menschen wie ihn braucht Deutschland im Prinzip.  aber ohne Bildung kann nur grosser Lerneifer helfen, über den Status eines Hilfsarbeiters aufzusteigen. So ist Mikael nun Asylbewerber und hat eine Odyssee hinter sich, nach deren Einzelheiten man besser nicht fragt. Er hat eine Familie in Eritrea, die erklären muss, warum ihr Sohn geflohen ist und wie sie das Reisegeld aufgebracht hat -- eine enorme Summe in einem Land, dessen Sozialprodukt pro Kopf bei 600 Dollar im Jahr liegt.

   Eritrea ist ein kleines Land am Horn von Afrika, so gross wie Bayern und die Schweiz zusammen, mit 6,5 Millionen Einwohnern. So klein das Land ist, so gross ist die Zahl der Flüchtlinge, die es in Italien und Malta an den Strand spült. Doch warum? Es gibt keinen Krieg in Eritrea. Das Land ist arm, aber nicht das ärmste Afrikas. Dennoch wird die Gesamtzahl der bisher Emigrierten auf 300.000 bis eine Million geschätzt. Derzeit sind nach Angaben der UN-Hochkommission für Flüchtlinge UNHCR die Eritreer mit rund 40.000 (2014) Asylbewerbern in Europa die häufigst vorkommende Ethnie nach den Syrern.  Seit 2013 hat sich die Zahl der Eritreer verdreifacht, Tendenz steigend. Bald wird sich der Aderlass an jungen Männern und der daraus resultierende Frauenüberschuss auch demografisch bemerkbar machen.

   Eritrea ist ein schönes Land mit einem fruchtbaren Hochland, einer langen Küste am Roten Meer und der wahrscheinlich ältesten Kultur Schwarzafrikas, die schon um 800 vor Christus Feldbau und Viehzucht, steinerne Häuser und gegerbte Fellkleidung kannte.  Eritrea war jahrzehntelang Italiens Musterkolonie. Seine Hauptstadt Asmara ist ein Denkmal moderner Stadtplanung, des Jugendstils und der faschistischen Architektur und zählte zeitweise mehr Verkehrsampeln als Rom. Von Asmara zum Hafen Massawa führte nicht nur die berühmte Eisenhahn, auf deren Waggondächern die Affen mitreisen, sondern auch die längste Frachtseilbahn der Welt, die 2500 Meter Höhenunterschied überwand.

   Noch heute ist es vergnüglich, durch Asmaras rechtwinkling angelegte Strassen zu spazieren.  Behördenpaläste, Kinos und Banken aus der Kolonialzeit, Espressobars und italienische Restaurants laden ein. Die ältere Generation der Asmarini spricht noch italienisch. Zwar verliessen fast alle Italiener das Land, als es 1993 unabhängig wurde, doch sie liessen ihre zahlreichen einheimischen Kinder zurück, die prompt den Platz der Repatriierten übernahmen und das Land weiterführten, auf italienische Weise.

   Im alten Albergo Roma  von 1899 konnte man vor der kürzlichen Modernisierung im originalen Jugendstil-Ambiente wohnen und vorzüglich speisen, Scampi und Meeresfrüchte aus dem Roten Meer, die die Fleisch-verliebten Eritreer nicht recht mögen. Jetzt heisst es Albergo Italia,  ist wieder bestes Hotel am Platze und weiterhin traditionsbewusst.

   Ja, das alte Eritrea!  Was hätte aus diesem Land werden können!  Ein Musterstaat wie Costa Rica in Zentralamerika,  vielleicht sogar ein Wirtschaftszentrum wie der Libanon im Nahen Osten. Stattdessen flieht seine Jugend in Richtung Europa. Was ist passiert?

   Als die Kolonialzeit und eine Periode britischer Besatzung 1952 endeten, luden die Vereinten Nationen alle Beteiligten aus der Region ein und befragten sie über ihre Vorstellungen, was die Zukunft anlangt. Danach entschieden die UN, dass Eritrea zusammen mit dem benachbarten Äthiopien einen Bundesstaat bilden solle. So geschah es, und ein paar Jahre lang ging das auch gut. Dann, 1962 entschied Kaiser Haile Selassie von Äthiopien, dass das kleine Eritrea seine Eigenstaatlichkeit verlieren solle und degradierte es zu einer äthiopischen Provinz. Damit begann der Unabhängigkeitskampf der Eritrean Liberation Front (ELF), aus der 1970 die marxistische Eritrean People's Liberation Front (EPLF) hervorging, die den Kampf im Prinzip bis heute weiterführt.

   Wenn kleine Länder gegen übermächtige Nachbarn um ihre Freiheit kämpfen, ist der Blutzoll stets schrecklich. Im Tripel-Allianz-Krieg Paraguays 1864-70 gegen drei Nachbarstaaten waren am Schluss so viele Männer tot, dass der Paraguay beherrschende Jesuitenorden die Vielweiberei erlaubte. Im Falle Eritreas stürzte der Krieg gegen Äthiopien  mit seinen horrenden Rüstungsausgaben das Land in Armut und Hunger. Alle Männer dienten im Felde, auch viele Frauen, die  am Schluss 25-30 Prozent der Kämpfer stellten.  Das Land blieb den restlichen Frauen, Kindern und Greisen überlassen. 

   Zunächst erzielte Eritrea rasche Geländegewinne und Äthiopien musste um sowjetische Berater, kubanische Truppen und propagandistische Hilfe der DDR bitten. Damit wendete sich das Blatt. Eritrea verlor ein Viertel seines Gebiets an die strategisch überlegenen Äthiopier und wurde verwüstet. Beide Länder büssten je rund 70.000 Kämpfer ein. Eritrea wurde zwar als Erst-Aggressor verurteilt. gewann aber dank internationalen Urteilssprüchen fast sein gesamtes Gebiet zurück. Zwar herrscht seit 2000 offiziell Frieden, doch die Lage an der Grenze bleibt gespannt.

   Seit der Unabhängigkeit 1991 führt Isaias Afwerki das Land. Ursprünglich als erfolgeicher Guerillaführer und Befreier populär, ging er noch jahrelang gerne abends in Asmaras Bars aus und tanzte. Später konnte er sich nicht mehr unter das Volk mischen. Den Kampf gegen den äthiopischen Kaiser Haile Selassie und seinen Nachfolger Mengistu Haile Mariam führte Afwerki freilich nicht alleine.

   Im Inland half ihm Ahmed Nasser, der Führer des grossen Stammes der Afar. In Äthiopien bildete sich eine starke Oppositionsgruppe in der mit Eritrea verwandten Provinz Tigray, die Tigrayan People's Liberation Front (TPLF) unter Führung von Meles Zenawi.  Gemeinsam besiegten EPLF und TPLF den vom Zusammenbruch der Sowjetunion geschwächten kommunistischen Diktator Mengistu. Dann setzten sich die Sieger an einen Tisch, um die Grenzlinie zwischen dem nun unabhängigen Eritrea und Äthiopien festzulegen. Das gelang nicht. Jahrelanger Streit um die Grenze entzweite die einstigen Alliierten.

   Hass und paranoide Furcht vor dem grossen Nachbarn bestimmen seither nicht nur Afwerkis Politik, sondern das Schicksal des ganzen Landes. Militärische Dienstpflicht gilt für Männer und Frauen bis zum vierzigsten Lebensjahr. Der Sold beträgt etwa US$10-20 pro Monat. Mit mindestens 320.000 Kämpfern unterhält Eritrea die grösste Streitmacht in Afrika südlich der Sahara. Die offizielle Dienstzeit von 18 Monaten bis viereinhalb Jahren wird gewöhnlich um Jahre überschritten. Erst ab Alter 50 dürfen Männer nach beendetem Dienst ein Ausreisevisum beantragen, Frauen ab 47.

   Ein Land als Kasernenhof.  Überall lauert die Militärpolizei und kontrolliert Ausweise bei Mann und Frau. Wer keinen gültigen Wehrpass vorweisen kann, gilt als "Deserteur" (das Äquivalent des "Republikflüchtigen" in der DDR), wird verhaftet und verschwindet oft jahrelang oder für immer ("Todesursache Malaria") in Gefängnissen, in denen ein Teil der Bevölkerung stets einsitzt, darunter geschätzte 10.000 politische Häftlinge. Vor allem in der mörderisch heissen Küstenwüste und in Kellerschächten vegetieren die Opfer jahrelang, so sie überleben. Eritrea sei ein einziger riesiger Gulag, schlimmer als Nordkorea, sagen einheimische und ausländische Beobachter.

   In Interviews hat Afwerki klargestellt, dass er Demokratie, Parteien, Wahlen und Menschenrechte verachtet. Justiz ist willkürlich. Es gibt nur eine Presse im Lande, die staatliche. Minderheiten, abweichende Religionen und Homosexuelle werden verfolgt. Einigkeit, Arbeit und Patriotismus sind Grundprinzipien des Staates laut Afwerki, den viele seiner Bürger schlicht den "Tyrannen" nennen.

   Der Verweis auf die angebliche oder reale Bedrohung aus Äthiopien begründet alles, was tagtäglich in Eritrea geschieht: die Leiden des Volkes, die Angst vor einer unberechenbaren und brutalen Autorität, die Armut, die Isolation von der Welt, die Bereicherung der Oberschicht, das Misstrauen, die Bespitzelung. In Wirklichkeit ist Äthiopien jedoch nur ein Teil von Afwerkis Problemen. Gefährlicher als der Nachbar sind der Hass des unterdrückten Volkes und die Autonomiebestrebungen der Minderheiten.

   Die grösste Minderheit ist der Stamm der Afar. Wie Schemen aus der Vorzeit, wie Überbleibsel eines verlorenen Stammes der antiken Ägypter ziehen die Hirten der Afar mit ihren Rindern, Kamelen und Ziegen durch die Dornbuschsteppe und die höllisch heissen Salzpfannen der Küstenwüste, dunkelhäutig, dunkel gekleidet, halbnackt, auch die Frauen. Nominell moslemisch, wurden die verschiedenen Stämme der Afar -- die man früher Danakil nannte -- historisch von jeweils einem Sultan regiert. Sie gelten als äusserst kämpferisch. Als Kaiser Haile Selassie in seinen jungen Jahren einen Aufstand der Danakil niederschlagen musste, erlebte er, dass seine Verwundeten auf dem Schlachtfeld von den Afar kastriert wurden und verbluteten. Empört kastrierten seine Truppen ihrerseits die verwundeten Afar. Zwischen den Tieflandmoslems und den Hochlandchristen herrscht in Eritrea wie auch in Äthiopien wenig Liebe.

   Afwerkis Problem wird dadurch verschärft, dass das Land der Afar entlang der Küste zu einem Drittel in Eritrea liegt und zu den anderen Dritteln in Äthiopien und Dschibuti. Zwar unterstützten die Afar unter ihrem Guerillaführer Ahmed Nasser die EPLF und kämpften für Eritreas Unabhängigkeit. Als der neue Staat jedoch von den Hochlandchristen unter dem zunehmend autokratischen Afwerki dominiert und Tigrinya zur Staatssprache erklärt wurde, sagte sich Nasser los, ging ins Exil und kämpfte von da an für die Wiedervereinigung der Teile des Afar-Landes unter äthiopischer Flagge. Nasser, der grosse Gegenspieler Afwerkis, starb zwar im März 2014 ohne Eritrea je wieder gesehen zu haben, aber seine Exilgruppe steuert weiterhin von Addis Abeba aus Guerilla-Überfälle, die Afwerki verunsichern und die Afar-Brüder in Eritrea wissen lassen, dass die Wiedervereinigung irgendwann kommen wird.  Afwerki rächt sich, indem er die Issa-Somali, die Feinde der Afar im Awash-Tal und in der Danakil-Senke Äthiopiens, unterstützt.

   Gäbe es nicht für Mikael und die Scharen seiner fliehenden Weggenossen doch eine offizielle Möglichkeit, auszuwandern oder auch nur vorübergehend auszureisen? Praktisch nicht.

   Deutschland beispielsweise unterhält keinen Konsulardienst an seiner Botschaft in Asmara. Für den Schengen-Raum vergibt die norwegische Botschaft die Visa. Bewerber werden dort nur eingelassen, so sie vorher einen Termin erhalten haben. Wer offiziell nach Deutschland auswandern will,  muss seinen Antrag bei der Botschaft in Nairobi, Kenia, vorlegen -- so er es je dorthin schafft. 

   Da die Polizei in Asmara Posten vor allen Botschaften unterhält, muss jeder Bürger, der ein Konsulat betreten oder verlassen will, hochnotpeinlich erklären, was er oder sie dort zu schaffen hat. Selbst bei gelungener Flucht nach Dschibuti oder in den Sudan dürfte der Zugang zu den deutschen Konsulaten in Khartum oder Dschibuti-Ville schwierig sein, denn beide Staaten sind keine Freunde der eritreischen Flüchtlinge. Dschibuti sperrt die Eritreer, so es sie fangen kann, in einem Lager ein mit der Begründung, dass frei herumlaufende, militärisch ausgebildete Deserteure eine öffentliche Gefahr darstellten. Die Regierung des kleinen Landes sei bereit, die Flüchtlinge zu entlassen, falls ein anderer Staat willig ist, sie aufzunehmen. Keine Reaktion, nicht einmal Eritrea wollte ein paar Flüchtlinge aufnehmen, die lieber zurückkehren wollten, als in Dschibutis Lager endlos zu schmachten.

   Wesentlich mehr Eritreer sind in den Sudan geflüchtet, wo UNHCR Aufnahmelager unterhält. Trotz Verbot schaffen es viele bis in die Hauptstadt Khartum, wo Schlepperdienste zu Kosten von geschätzten US$8000 nach Europa winken. Viele Flüchtlinge verbleiben auch in Grenznähe im Sudan falls ihr Stamm mit der Lokalbevölkerung verwandt ist, oder in den Lagern, wo es freilich an Schulung und Handwerksausbildung mangelt, die sie für Arbeit qualifizieren würde. Tausende Eritreer sind auch zum Erzfeind Äthiopien geflüchtet mit dem Ziel der schnellen Weiterreise durch den Sudan nach Europa.

   Dieses millionenfache Leiden wäre nicht nötig, wenn Eritrea eine menschenwürdige Regierung hätte. Stürzt je das System Afwerki, so ist mit einem grossen Rückstrom von Exilanten zu rechnen. Heimweh ist eine gewaltige Triebkraft. Wer in der eritreischen Kultur aufgewachsen ist, wird sich nirgendwo anders heimisch fühlen, höchstens in den Nachbarprovinzen Äthiopiens. Vielleicht könnte man ja noch einmal den Verbund mit Äthiopien versuchen, diesmal aber auf der Basis voller Gleichberechtigung. Einen gemeinsamen Nenner gibt es ja noch. Er ist frei und zu haben: Abessinien. 

John Wantock

 

Update

Eine Nachricht in einem unabhängigen Nachrichtenportal:

 Amazing solidarity against gifa in Asmara

by Arbi Harnet on 17 January 2015 in Breaking News

Asmara was this afternoon in the grips of the worst giffa (raids) that the city had seen for a long time. The raids weren’t carried out by Demhit (TPDM) but by Eritrean forces who mounted a well coordinated surprise attack at a time when many residents were out and about.

There were power cuts for most of the evening, and power was restored only after the raids ended.

However there was a lot of cooperation among residents who were informing each other of the various hot spots and hiding places. The raids were targeting young men who should be at the National Service as well as older men between the ages of 40 and 60.

 

Um die obige Nachricht zu verstehen, hier der Background:

Die TPDM (Tigray People's Democratic Movement), auch Demhit genannt, sind eine paramilitärische Miliz von rund 20.000 Mann, die vor 13 Jahren als Opposition gegen die äthiopische Regierung gegründet wurde und von Eritrea gefördert wird. Sie ist inzwischen zur Leibgarde des Präsidenten Afwerki avanciert. Da es im Januar 2013 eine Meuterei im eritreischen Militär gab und sich immer mehr Jugendliche der Einberufung entziehen, hat Afwerki das Vertrauen in das reguläre Militär verloren und bedient sich der aus seinem Stamm (Tigre) gebildeten, ihm persönlich treuen, TPDM-Miliz, die im Volk verhasst ist.

 

An interim UN report into the human rights situation in Eritrea has found “very clear patterns” of violations. 

GENEVA (16 March 2015)  -- The oral report, delivered to the Human Rights Council, follows four months of wide-ranging investigations by the United Nations Commission of Inquiry on Human Rights in Eritrea.   While the Commission has not been granted permission to visit Eritrea, its Chair, Mike Smith, said it had collected testimony from more than 500 members of the Eritrean diaspora. These indicated a variety of abuses.   

Smith pointed out that national service was universal and of an indefinite duration. From the age of 17, Eritreans could expect to spend their lives in national service, struggling to live on less than two dollars a day. This was not enough, he suggested, to meet their basic needs, let alone think about raising a family.  “Most Eritreans have no hope for their future,” he said. 

Meanwhile, the Government had curtailed basic freedoms to the extent that, “individuals feel that they have hardly any choice   with regard to the main decisions in their lives: where to live, what career to pursue, when to marry or who to worship.” 

For Eritreans, said Smith, “detention is an ordinary fact of life, experienced by an inordinate number of individuals - men and women, old and young, including children.”  Detention centres ranged from the official to the unofficial, located above ground or underground. Some were metal containers where prisoners were kept in extreme heat, others were fenced areas, providing no shelter.   

“Once in one of them, there is a likelihood that you will be subject to torture to extract a confession or to simply punish behaviours,” he added.   

Torture was widespread, both in detention and during national service.  Some Eritreans interviewed by the Commission had been beaten or tortured simply for asking for medicine, or for drinking water without permission. 

Smith pointed out that these violations were taking place against a backdrop of the so called “no war, no peace” situation related to Eritrea’s unresolved border issues with neighbouring countries.   

“This has become the pretext for almost all the State’s actions that generate and perpetuate human rights violations in the country,” he said.  “It is an expression abusively used by the Eritrean authorities to disregard international human rights law.” 
Under this pretext, the entire society had been militarised, the Constitution had never been implemented and there was no rule of law. No one was being held accountable for human rights violations. 

“Is it surprising,” asked Smith, “that faced with such challenges, Eritreans leave their country in their hundreds every day? They brave death to cross borders, deserts and seas.”  Some of them never reach their destination. 

Eritreans currently make up the second largest group, after Syrians, making the perilous journey in small boats across the Mediterranean to Europe. Tens of thousands more remain in neighbouring countries. 

The final UN Report of the commission of inquiry on human rights in Eritrea dated 8 June 2015 says:

   In the present report, the commission shows how the initial promises of democracy and rule of law, incarnated in the never-implemented Constitution of 1997, were progressively suppressed and then extinguished by the Government. It details how the Government has created and sustained repressive systems to control, silence and isolate individuals in the country, depriving them of their fundamental freedoms. Information collected on people’s activities, their supposed intentions and even conjectured thoughts are used to rule through fear in a country where individuals are routinely arbitrarily arrested and detained, tortured, disappeared or extrajudicially executed. The commission also describes how, on the pretext of defending the integrity of the State and ensuring its self-sufficiency, Eritreans are subject to systems of national service and forced labour that effectively abuse, exploit and enslave them for indefinite periods of time.

            Faced with a seemingly hopeless situation they feel powerless to change, hundreds of thousands of Eritreans are fleeing their country. In desperation, they resort to deadly escape routes through deserts and neighbouring war-torn countries and across dangerous seas in search of safety. They risk capture, torture and death at the hands of ruthless human traffickers. To ascribe their decision to leave solely to economic reasons is to ignore the dire situation of human rights in Eritrea and the very real suffering of its people. Eritreans are fleeing severe human rights violations in their country and are in need of international protection.

 

Update II

15. Dez. 2015 — La Commissione europea ha appena confermato il nuovo pacchetto di aiuti all'Eritrea: 200 milioni di euro senza vincoli né condizioni per il regime di Asmara.. Dopo mesi di attesa, la notizia degli aiuti è stata annunciata venerdì 11 dicembre dal Commissario alla Cooperazione a allo sviluppo, Neven Mimica, nonostante il rapporto dettagliato delle Nazioni Unite sulla violazione dei diritti umani e sui possibili "crimini contro l'umanità" in Eritrea. 

Vittorio Longhi

Update III

24. Dez. 2015 -- Neuerdings liess die Regierung Afwerki ein paar auslaendische Journalisten ins Land. Hier der Bericht des Guardian.