Sie holen sich Heiratswillige aus den Armentafeln und besetzten Häusern in Rom.  Ein Flugbillett nach Ägypten und ein paar tausend Euro: schon wird ein Syrer mit einer Italienerin nach koptischem oder katrholischem Ritus verheiratet, manchmal auch eine Araberin mit einem Italiener.

   Nach Registrierung der Ehe in Ägypten und über das (kürzlich bombardierte) Konsulat auch in Italien, wird nach einigen Monaten die langfristige Aufenthaltsbewilligung in Italien zwecks Familien-Zusammenführung gewährt und, viel später, kann auch die Einbürgerung erfolgen. Meist sind die Neuvermählten jedoch nicht an Italien, sondern am Schengen-Raum interessiert.

   Wie ANSA berichtete, kümmert sich eine italienisch geleitete Agentur um das Arrangement und die bürokratische Abwicklung der Scheinehen zu Gesamtkosten von 9000 Euro je Fall.  Das Geschäft fiel der Antiterrorismus- Behörde auf, als sie zwei Tage nach dem Attentat auf das Konsulat ein Gespräch abhörte, in dem zwei Personen dringend eine Heirat forderten und den doppelten Tarif boten.  Man befürchtet, dass die Scheinehen es Terroristen ermöglichen sollen, nach Italien einzureisen.

   Dank Beschleunigung der Prozeduren in Ägypten durch die Agentur können die Italienerinnen oder Italiener schon nach zwei Wochen mitsamt Honorar nachhause fliegen. 

Benedikt Brenner