Italien erlebt wieder einmal einen demografischen Schock: zwischen 2012 und 2016, also in nur vier Jahren, ist die Zahl der Geburten um 10 Prozent gesunken, wie das Statistikamt ISTAT in seinem Jahresbericht mitteilt.

   Füllen die Einwanderer des italienische Geburtenloch? Mitnichten. In Fällen, in denen beide Eltern Ausländer sind, fällt der Rückgang noch drastischer aus, nämlich um 15 Prozent.

   Lange ist es her, dass die Österreicher ihre italienischen Nachbarn (und Untertanen) ob ihrer Fruchtbarkeit Katzelmacher nannten.

   Während in Deutschland Babies offenbar wieder Mode werden, entsorgen junge Italienerinnen ihre ererbten Wiegen und legen sich lieber einen Hund zu. Schon gibt es 33 Millionen Hunde im belpaese, einen für jeden zweiten Italiener. Die meisten dieser Hunde leben als Kindersatz und Kindergespiele in Familien: Einzelpersonen bevorzugen Katzen.

   Es ist offenkundig, dass die sechzig Millionen Haustiere (Hunde & Katzen) nicht nur das sentimentale Konto ihrer Eigentümer füllen, sondern auch viel Freizeit beanspruchen. Während die Eigentümer mehr und mehr dem Trend zur vegetarischen Ernährung folgen, sorgen die Millionen fleischfressender Vierbeiner für den Ausgleich.

   Wirtschaftlich gesehen sind Hunde natürlich viel billiger als Kinder. Man darf daher die chronische Krise durchaus als Grund für den Rückgang der Geburtenziffern ansehen. Landesweit werden Kindergärten und Kinderheime aus Mangel an Nachfrage geschlossen und auch zu Migrantenunterkünften umgewidmet, nicht immer zu Freude der Einheimischen. Dafür gibt es jedoch rege Nachfrage nach Hundespielplätzen. 

Benedikt Brenner