Der Chef der grössten Oppositionspartei in der Türkei, Kemal Kılıçdaroğlu , hat Präsident Erdoğans Erzfeind Fethullah Gülen – der sich im Exil in den USA aufhält -- aufgefordert, in die Türkei zurückzukehren und sich dem Gericht zu dem Vorwurf zu stellen. er habe den Militärputsch des 15. Juli 2016 angezettelt. “Wenn er nicht kommt, so ist das der Beweis, dass er schuldig ist”, sagte Kılıçdaroğlu.

   Ist der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP) ein Scherzbold?  Es ist wohlbekannt, dass die türkische Justiz derzeit von der Regierung nach Belieben zur Verfolgung Missliebiger eingesetzt wird. Auf den Ausgang eines Prozesses für Gülen könnte man todsichere (buchstäblich!) Wetten abschliessen.

   So bleibt nur die unerfreuliche Frage:  Ist Kılıçdaroğlu ein Schelm oder will er sich bei Präsident Erdogan als der Majestät unterthänigster Oppositionsführer beliebt machen?

Ihsan al-Tawil