"Am 29.12.2016, beginnt der Prozess gegen Aslı Erdoğan. Die türkische Schriftstellerin sitzt seit mittlerweile über vier Monaten im Gefängnis Bakirköy in Istanbul. Ihr wird vorgeworfen, dass sie mit Zeitungskolumnen die „staatliche Einheit gestört“ habe sowie, dass sie Mitglied einer terroristischen Vereinigung sei. Aslı Erdoğan droht ein langer und kräftezehrender Prozess. 

    „Der Prozess gegen Aslı Erdoğan ist eine Farce“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Die Vorwürfe gegen sie sind haltlos und entbehren jeder rechtlichen Grundlage, wie uns türkische Juristen bestätigen. Mit dem Prozess soll kein Verbrechen bestraft, sondern eine kritische Stimme zum Schweigen gebracht werden. Eine freie Demokratie braucht mutige Journalisten, Autoren, Verleger und Kulturschaffende, die ihre Meinung frei äußern können.“

    Wir erheben weiterhin unsere Stimme und fordern Freiheit für Aslı und die über 150 weiteren inhaftierten türkischen Autorinnen und Autoren, Journalistinnen und Journalisten! 

Börsenverein des Deutschen Buchhandels"

(Aufruf Change.org)

Update

Ein Gericht hat überraschend die Entlassung der türkische Autorin angeordnet. Ihr droht aber weiter lebenslang. Am selben Tag hat die Polizei den Journalisten Ahmet Sik festgenommen.

 

Update II

NEUIGKEIT ZUR PETITION

Aslı Erdoğan aus dem Gefängnis entlassen / Neues türkisch-deutsches Nachrichtenportal

 
Börsenverein des Deutschen Buchhandels

24. JAN. 2017 — Aslı Erdoğan wurde aus dem Gefängnis entlassen. Endlich kann sie wieder bei ihrer Familie und ihren Freunden sein und die für sie lebensnotwendige medizinische Behandlung erhalten. Doch der Prozess gegen sie geht weiter; von einem Freispruch wagt man kaum zu träumen. Unterdessen leidet Aslı Erdoğan unter den Folgen ihrer Haft. Sie kann nicht schlafen und hat große Angst, zurück in ihre Wohnung zu gehen. Zu schwer wiegt die Erinnerung an die Nacht vor fünf Monaten, als vermummte Polizisten gewaltvoll in ihr Zuhause eindrangen und sie aus ihrem Leben rissen.

Unzählige weitere Kulturschaffende sind in der Türkei von staatlichen Repressionen betroffen. Allein über 150 Journalisten sitzen noch im Gefängnis und wissen nicht, ob und wann sie wieder frei kommen. Wir dürfen sie nicht vergessen und dürfen nicht aufhören, auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. Gerade ist ein neues Nachrichtenportal entstanden, das genau das tun möchte. Unter der Leitung von Can Dündar will Özgürüz, so der Name des Portals, aus dem deutschen Exil heraus für die kritische Berichterstattung sorgen, welche die AKP-Regierung in der Türkei so martialisch unterdrückt.
https://ozguruz.org/de/ozguruz-de/

Für das Wort und die Freiheit!