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Es hat keinen Sinn, darum herumzureden, es zu beschönigen oder auf die lange Bank zu schieben. Europa hat ein Problem, das sich nicht wie so viele andere Probleme mit Investitionen, Umgewöhnung oder Modernisierung lösen lässt. Das Problem heisst illegale Zuwanderung. 

   Man spricht von Flüchtlingen. Von Asylbewerbern. Von Armutszuwanderern. Von Opfern des Klimawandels. Man trauert um Tausende, die im Mittelmeer ertrunken sind. Um Opfer krimineller Schlepperbanden. Man bedauert Durchgangsländer, die von der Zuwanderungswelle überschwemmt werden. Man kritisiert primitive Notaufnahmelager und rüdes Personal. Man ist empört über fremdenfeindliche Gruppen und Demonstrationen. Doch dies ist alles nur der Anfang. Ein Vorgeschmack von dem, was kommen wird.

   Europa hat das Pech, im Süden und Südosten an die geburtenstärksten Bevölkerungsgruppen zu grenzen, die es auf der Welt gibt: Araber, Iraner/Pakistaner und Afrikaner.  Ein Beispiel für die demographische Wucht dieser Region: In Napoleons Tagen wurde Ägyptens Bevölkerung auf 2,4 bis 4 Millionen geschätzt. Um 1930 belief sie sich auf 15 Millionen. 1952, als Nasser die Monarchie stürzte, waren es schon 23 Millionen. Um 1985 waren 50 Millionen erreicht.  Heute sind es 85 Millionen auf einem fruchtbaren Anbaugebiet von der Grösse Baden-Württembergs.  Seit 1985 ist die Zahl der Geburten je Ägypterin bei 3,0 bis 3,5 gleich geblieben. Wie viele Menschen werden in 2030, 2050 am Nil leben wollen?

   Kein Demograf, der Verfasser eingeschlossen, hat um 1960 erwartet, dass Ägyptens Bevölkerung jemals eine Grösse ähnlich der heutigen erreichen könnte. Damals galt die "Theorie des demografischen Übergangs", gemäss der alle Bevölkerungen nach der Periode starken Wachstums einen mählichen bis starken Rückgang des Wachstums erleben würden, der in ein Gleichgewicht mündet. 

   Der Verfasser selbst schrieb 1962: "Aus einer Untersuchung des Bevölkerungswachstums Ägyptens gewannen wir die Überzeugung, dass die Bevölkerung Ägyptens sich bisher in einer Weise verhalten hat, die mit den Prinzipien der Theorie (vom demografischen Übergang) im Einklang steht, und dass wir aus diesem Grunde für die Zukunft einen Rückgang des Bevölkerungswachstums in Ägypten erwarten und einem Abschluss dieses Zyklus entgegensehen können."(1)

   Falsch. Total falsch, wie man ein halbes Jahrhundert später weiss. Das Bevölkerungswachstum hat alle Versuche, es theoretisch, statistisch oder biologisch zu begreifen, lächerlich gemacht. Dabei ist Ägypten nicht einmal ein krasser Fall. Syrien, Palästina und Iran waren zumindest zeitweise Beispiele noch stärkeren Wachstums, von Afrika südlich der Sahara ganz zu schweigen.

   Es ist wohlbekannt, dass sich das Bevölkerungswachstum wie ein schwer beladenes Schiff verhält: einmal in Fahrt gekommen, ist es auf Jahrzehnte hinaus nicht zu stoppen. In Ländern, in denen das Durchschnittsalter bei 16-25 Jahren liegt, sorgt das enorme Fortpflanzungspotenzial selbst bei sinkender Fruchtbarkeit je Frau noch lange Zeit für weiteres Wachstum.

 

Projected Annual Growth Rate of Country Populations, 2010-2050(Source: Pew Research Center)   

   Wiewohl es gute Gründe gibt, langfristigen Bevölkerungsprojektionen zu misstrauen, gibt doch immer wieder Versuche, mit verbesserter Methodologie realistischere Prognosen zu wagen. Für die Vereinten Nationen sind solche Projektionen eine periodische Pflichtübung; ihre Zahlen werden weltweit respektiert. Kürzlich haben sich zwei Umweltforscher aus anderer Perspektive der Mühe unterzogen, unter Berücksichtigung aller Zweifel und Einwände realistische Projektionen für die Weltbevölkerung bis 2100 zu errechnen.

   Corey J.A. Bradshaw (U. Adelaide)  und Barry W. Brook (U. Tasmania) (2) wollten wissen, mit welchem Artenverlust man in der Zukunft wo rechnen muss. Da der Artenverlust mit der Dichte der menschlichen Bevölkerung zunimmt, mussten die Autoren erforschen, wo welche Bevölkerungsdichte zu erwarten ist. Dazu mussten sie den Globus in Regionen aufteilen und für jede Region die Bevölkerungsentwicklung unter unterschiedlichen Bedingungen ermitteln.

   Durch diesen Ansatz ergab sich ein Spektrum neuartiger und realistisch anmutender Szenarien der künftigen Entwicklung der Weltbevölkerung. Für unsere Betrachtung sind weder die Ergebnisse hinsichtlich des Artenverlusts relevant, noch die Globalprojektion der Weltbevölkerung für das Jahr 2100. Uns interessiert vor allem, was die Autoren hinsichtlich des Bevölkerungswachstums im Nahen und Mittleren Osten und in Afrika ermittelt haben.

   Das allerdings ist erschreckend. Auf Basis der Statistiken der Vereinten Nationen ermittelten die Autoren eine Reihe von Szenarien, die von business as usual bis zur zwangsweisen Einführung der Ein-Kind-Familie chinesischen Musters reicht.  Das business as usual- Szenario berechnet Bevölkerungszuwächse unter der Annahme, dass alles weiterläuft wie bisher, was den allmählichen Rückgang der Sterblichkeit und der Fruchtbarkeit anlangt. 

   Für das westliche und nördliche Afrika (Region 1) erwartet das Szenario bis 2100 eine Zunahme der Bevölkerung auf das Siebenfache, nämlich 3 Milliarden Menschen. Für das östliche und südliche Afrika wird eine Steigerung auf das 5,6 fache erwartet, ebenfalls auf 3 Milliarden.  Die Region 7 (Afghanistan, Ägypten, Irak, Marokko, Pakistan, Somalia , Sudan, Jemen, Mittelmeerländer Europas)  erlebt eine Zunahme auf das 3,5 fache oder 1,4 Milliarden. Bemerkenswerterweise steigt Region 1 zum zweitdichtest besiedelten Gebiet der Welt auf, nach dem indischen Subkontinent (Region 12). In der dünn bevölkerten Region 6, die die Arabische Halbinsel einschliesslich Syriens, Jordaniens, Libyens und Tunesiens umfasst, tritt eine Vermehrung auf das 1,7 fache ein.  Alle anderen Bevölkerungen der Welt schrumpfen entweder oder nehmen nur gering (unter oder auf das Doppelte) zu. Nur die Andenländer (Region 5) verzeichnen eine Zunahme auf das 2,3 fache.

   Wichtiger sind die Ergebnisse des "realistischen" Szenarios 2a, das einen Rückgang der Sterblichkeit bis 2100 auf die Hälfte des Anfangswertes (2013) vorsieht, sowie einen Rückgang der Fruchtbarkeit von 2,37 Kindern je Frau auf 2,00 Kinder, dem Trend der letzten Jahrzehnte entsprechend. Auch das Erstgeburtsalter steigt linear bis 2100 an.

   Interessanterweise unterscheiden sich die Ergebnisse der beiden Szenarien 1 und 2a nicht wesentlich. Für 2050 ergeben sich Weltbevölkerungen von 9,3 bzw. 9,23 Milliarden. Am Ende des Jahrhunderts wäre die Erde von 10,42 Milliarden (1) oder 10,35 Milliarden (2a) bevölkert.

   Eine Haupterkenntnis der Studie liegt darin, dass zeitweiliges Massensterben durch Katastrophen wie einem Weltkrieg, einer  Pandemie oder wegen im Gefolge von Klimaschäden steigender Kindersterblichkeit das Wachstum nur gering vermindert. Auch durch bevölkerungspolitische Massnahmen kann wenig erreicht werden. Lediglich eine drakonische, weltweit für alle Familien geltende Ein-Kind-Regel chinesischen Modells würde die maximale Grösse der Menschheit auf knapp 9 Milliarden um 2056 beschränken, gefolgt von einer Schrumpfung auf rund 7 Milliarden 2100.

   Die Ergebnisse von Bradshaw und Brook decken sich weitgehend mit den jüngsten Projektionen der Vereinten Nationen (3), die das künftige Wachstum der Weltbevölkerung nach oben revidiert haben. Danach wird sich die Bevölkerung Afrikas bis 2050 auf 2,4 Milliarden mehr als verdoppeln und  danach weiter stark auf 4,2 Milliarden wachsen, so dass um 2100 mehr als jeder Dritte ein Afrikaner sein würde.  Von den 31 Ländern, in denen die Frauen derzeit noch mehr als fünf Kinder haben, liegen 29 in Afrika.  In Niger und Somalia sind mehr als sieben Kinder die Norm.

   Während heute Asien fast viermal so viele Einwohner zählt wie Afrika, gäbe es um 2050 bereits rund halb so viele Afrikaner wie Asiaten, und um 2100 hätten die Afrikaner nach der mittleren Variante der UN mit den Asiaten fast gleichgezogen. Bei Bradshaw und Brook wäre Afrika gegen Ende des Jahrhunderts sogar der volkreichste Kontinent. Was den Nahen und Mittleren Osten anlangt, rechnen Bradshaw und Brook mit kräftiger Vermehrung auf das 3,5 fache für Region 7 und das 1,75 fache für Region 6.

   Insgesamt jedenfalls dürfte sich in Afrika ein Bevölkerungsdruck von bislang ungekannter Wucht aufbauen. Nigeria, das 1950 ein Viertel so viele Menschen zählte wie die USA, besässe um 2100 mit knapp einer Milliarde mehr als die doppelte Einwohnerzahl der ebenfalls rasch wachsenden USA. Auch im Mittleren Osten ist  mit starker Vermehrung zu rechnen.  Daraus ergibt sich die Frage, welche Konsequenzen die Demografie unserer südlichen und südöstlichen Nachbarn für Europa haben wird.

   Will man die heutige illegale Zuwanderung als Ausgangspunkt der Betrachtung nehmen, so fällt auf, dass der Nahe Osten viele politische Flüchtlinge schickt, während Afrika südlich der Sahara und Asien überwiegend Wirtschaftsmigranten nach Europa entsenden. Man könnte also annehmen, dass sich das nahöstliche Problem erledigt, sobald dort wieder Frieden einkehrt. Das aber ist unwahrscheinlich, denn eine wesentliche Ursache der Auseinandersetzungen ist ja das frühere Bevölkerungswachstum, das sich in der Gegenwart durch die Präsenz starker Kohorten junger Männer bei hoher Arbeitslosigkeit äussert. Krieg, Kriminalität, Terror und Drogenhandel, oder aber Flucht und Auswanderung, sind für viele die einzige Alternative zum Elend. Solange diese Kohorten nicht in die höheren Ränge der Alterspyramide abgewandert sind, wird es im Nahen Osten keine Ruhe geben.

   In Afrika zeigt sich eine Entwicklung in ähnlicher Richtung. Das Bevölkerungswachstum, das sich seit den achtziger Jahren noch beschleunigt hat, sprengt in vielen Ländern die Sozialstrukturen und die traditionelle Wirtschaft.  Daraus ergibt sich einerseits ein positiver Zwang zur Modernisierung und Entflechtung patriarchalischer Strukturen, andererseits bilden sich die gefürchteten Heere arbeitsloser junger Männer auf der Suche nach einer wie auch immer gearteten Existenz.  Die Lord's Resistance Army in Uganda, Al Shabaab in Somalia, Séléka in der Zentralafrikanischen Republik, Boko Haram in Nigeria und die Stammeskrieger im Südsudan sind nur einige der bekanntesten gewalttätigen Milizen, die vom Viehdiebstahl über die Sklaverei bis zum Drogenhandel und zur Lösegelderpressung leben. Das Überangebot an jungen Männern führt zu Brutalität und Massenmorden. Im ersten Golfkrieg zwischen Irak und Iran (1980-88) trieben die Perser (nach Jahrzehnten starken Bevölkerungswachstums) "menschliche Wellen" als Minenhunde in die irakischen Minenfelder. Tausende kamen um. Typisch ist auch die Verwendung von Kindern als Kämpfer und Kanonenfutter, beispielsweise bei der Lord's Resistance Army, im Ostkongo und jetzt bei dem IS und Séléka.

   Andererseits erleben mehrere Länder Afrikas derzeit einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung, getragen durch Telekommunikation, Bankenwesen und Landwirtschaft. Mit der allmählichen Ausbreitung einer modernen Wirtschaft bilden sich für Familien Alternativen zur traditionellen Altersvorsorge durch Kinder und Investition in Humankapital.  China hat mit dem Ein-Kind-System die Ersparnisse der Familien weg vom Nachwuchs in die Banken gelenkt und damit den mit Abstand grössten Kapitalstock aller Entwicklungsländer gebildet und seinen Aufstieg zur weltgrössten Wirtschaft finanziert.  Auch in Afrika würde jeder wirtschaftliche Fortschritt Ersparnisse weg von der Fortpflanzung und in die Geldwirtschaft lenken.  Doch dies gilt auch im Umkehrschluss: wo sich Chaos und Zerstörung ausbreiten, ist mit vermehrter Humankapitalbildung der Familien zu rechnen, wie in Somalia, im Jemen und wohl auch in Syrien und im Irak.

    Geraume Zeit war der Strom der offiziellen Zuwanderer aus anderen Regionen nach Europa laut UN recht stabil. In Italien halbierte sich die Zahl offizieller Einwanderer als Folge der Krise auf 250.000 (2012), während sie in Deutschland auf 400.000 stieg.  Dafür nahm Italien eine stark steigende Zahl illegaler Einwanderer auf, 150.000 in 2014. Während, wie die OECD betont, Europa aus demografischen und Arbeitsmarkt-Gründen eine zunehmende offizielle Einwanderung junger und möglichst qualifizierter Arbeitskräfte benötigt und fördert, wird die massive illegale Einwanderung kritisch gesehen. Obwohl mehrheitlich junge Menschen ungebeten ankommen, handelt es sich um Personen, die aus unterschiedlichen Gründen kein Visum erhalten oder beantragen konnten. Dies begründet Vorsicht im Umgang mit ihnen. Was im Einzelfall kein sonderliches Problem darstellt, das durch Notaufnahme, Sozialhilfe, Rechtsprechung und gegebenenfalls Aufnahme oder Abschiebung gelöst werden kann, weitet sich zur Krise aus, wenn die Illegalen Tag für Tag zu hunderten ankommen, wie es in Italien, Griechenland und in der Folge in Deutschland geschieht.

    Selbst Unkonventionelles ereignet sich mitunter. Im Dezember 2014 floh eine Gruppe syrischer Akademiker samt Familien Richtung Europa. Als sie in Istanbul ankamen, sahen sie ein grosses italienisches Kreuzfahrtschiff im Hafen liegen. Sie erkundigten sich und erfuhren, dass Kabinen auf dem Luxusdampfer billiger waren als die Tarife der Schlepper nach Griechenland.  Sie kauften 1. Klasse-Passagen, kamen mit ihren syrischen Pässen irgendwie an Bord und stiegen in Bari aus. Die italienischen Zöllner waren verblüfft. Noch nie hatten sie Herrschaften, elegant gekleidet, die französisch und englisch sprachen, um Asyl bitten sehen. Sie nahmen wie üblich die Personalien auf, schickten die Syrer in das Notaufnahmelager, aus dem sie wenige Stunden später spurlos Richtung Norden verschwunden waren.

   Eine zunehmend besser organisierte Schlepperindustrie nutzt zynisch die Seenotrettung der Europäer als kostenlosen und sicheren "Fährdienst". Je energischer Europa die Illegalen abwehrt, umso teurer werden die Schleppertarife für potentielle Immigranten, die sich bis in die Türkei oder nach Nordafrika durchgeschlagen haben.

    Bis jetzt ist das Geschehen europaweit noch überschaubar. Aber was wird geschehen, falls sich im Gefolge zunehmender Konflikte und des Bevölkerungswachstums der Andrang der Illegalen weiter verstärkt? Man darf nicht übersehen, dass dank der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Teilen Afrikas nicht nur Auswanderungskandidaten umgestimmt und zum Dableiben bewegt werden können, sondern dass den Entschlossenen, die sich doch auf den Weg machen wollen, grössere Mittel für die Bestechung von Behörden und Schleppern zur Verfügung stehen. Die Konsequenz ist klar: während früher ausschliesslich alte Fischkutter und Schlauchboote als Einweg-Vehikel dienten, verwenden Schlepper jetzt  für den Transport ihrer Kunden alte Hochseefrachter, die sie im Meer nach Verschwinden der Mannschaft steuerlos treiben lassen. Bald werden sie wohl auch Flugzeuge und Fallschirme einsetzen. In Zusammenarbeit mit der lokalen Mafia verfügen die Schlepper über Strukturen in Süditalien, die die angekommenen Mannschaften vor der Polizei verbergen und "recyceln".

   Die Überfahrt kann man im arabischen Facebook buchen. Die Schiffe nach Italien starten fahrplanmässig alle zwei bis drei Tage in den türkischen Häfen Istanbul, Mersin und Antalya. Die Schlepper sind Syrer und akzeptieren Bezahlung (Tarif: US$ 8000)  in der Türkei in bar oder auch an regulären Bankschaltern, wie die Passagiere des Frachters Blue Sky M. nach ihrer Ankunft in Gallipoli laut Il Fatto Quotidiano berichteten. 

     Schon jetzt wird die europäische Abwehrtruppe Frontex für ihre xenophobe Aufgabenstellung kritisiert. Schon jetzt gelingt es Italien nicht, sich aus dem mediterranen Rettungsdienst Mare Nostrum herauszuwinden. Die italienische Nordliga ergeht sich gerne in der Vision, Flüchtlingsboote zu bombardieren anstatt abzuschleppen.  In Griechenland hat der Fremdenhass zur Gründung der Rechtspartei Χρυσή Αυγή (Goldene Morgenröte), geführt. In Sachsen demonstrieren unterfremdete Bürger gegen Überfremdung. In Frankreich bereitet sich der islamfeindliche Front National auf die baldige Machtübernahme vor.

   Bislang ist vieles davon noch eher Populismus und Folklore als Reaktion auf eine existenzielle Bedrohung. Was aber, wenn in kommenden Jahren der Strom der Illegalen anschwillt? Wenn in Nordafrika Menschenmauern an den Küsten stehen, die auf das Schiff ihrer Träume oder ihres Verderbens warten? Was will Europa dann tun?

 Heinrich von Loesch

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(1) Heinrich v. Loesch: Ernährung und Bevölkerung in der Entwicklung der ägyptischen Wirtschaft. Diss. LMU, S. 47f.

(2) Human population reduction is not a quick fix for environmental problems.  Bradshaw and Brook 10.1073/pnas.1410465111

(3) World Population Prospects: The 2012 Revision,    http://esa.un.org/wpp/

 

 

Update

 

Iran: Proposed laws reduce women to ‘baby making machines’ in misguided attempts to boost population

Women in Iran could face significant restrictions on their use of contraceptives and be further excluded from the labour market unless they have had a child, if two proposed laws are approved, says a new report by Amnesty International published today.

“The bills reinforce discriminatory stereotypes of women, and mark an unprecedented move by the state to interfere in people’s personal lives. In their zealous quest to project an image of military might and geopolitical strength by attempting to increase birth rates, Iran’s authorities are trampling all over the fundamental rights of women - even the marital bed is not out of bounds.”

The Bill to Increase Fertility Rates and Prevent Population Decline (Bill 446) outlaws voluntary sterilization, which is believed to be the second most common method of modern contraception in Iran, and blocks access to information about contraception, denying women the opportunity to make informed decisions about having children.

Coupled with the elimination of state funding for Iran’s family planning programme, which had, up until 2012, provided millions of women in the country with access to affordable modern contraception, the move would undoubtedly result in greater numbers of unwanted pregnancies, forcing more women to seek illegal and unsafe abortions. Lack of access to condoms, which were previously dispensed through urban clinics and rural health houses funded by Iran’s Family and Population Planning Programme, would also lead to a rise in sexually transmitted infections, including HIV.

The bill was passed in parliament with an overwhelming majority in August 2014 and is undergoing amendments as recommended by the Guardian Council, a body which needs to approve it before it can become law.

Without such access, women will either have to carry their pregnancies to term when it is not their choice to do so; or risk their life and health by undergoing unsafe, clandestine abortions.

Amnesty International, 11 March 2015

 

Flüchtlingszahlen

Schleswig-Holstein hält die vorhergesagten Flüchtlingszahlen für zu niedrig. "Ich bin derzeit weit entfernt von den Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge", sagte Innenminister Stefan Studt (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn wir unsere Zahlen hochrechnen, müssen wir 2015 in Deutschland mit 500.000 bis 550.000 neuen Asylbewerbern rechnen und nicht nur mit 300.000, wie vom Bundesamt angegeben."