Darum war eines der typischenMerkmale der historischen Faschismen der
 Appell an die frustrierten Mittelklassen,
die unter einer ökonomischen Kriseund/oder einer politischen Demütigung litten und sich vor demDruck subalterner gesellschaftlicher Gruppen fürchteten.
Darum war eines der typischenMerkmale der historischen Faschismen der
 Appell an die frustrierten Mittelklassen,
die unter einer ökonomischen Kriseund/oder einer politischen Demütigung litten und sich vor demDruck subalterner gesellschaftlicher Gruppen fürchteten.

 

und/oder einer politischen Demütigung litten und sich vor dem Druck subalterner gesellschaftlicher Gruppen fürchteten.

Darum war eines der typischen Merkmale der historischen Faschismen derAppell an die frustrierten Mittelklassen, die unter einer ökonomischen Krise und/oder einer politischen Demütigung litten und sich vor dem Druck subalterner gesellschaftlicher Gruppen fürchteten.    (Umberto Eco) frustrierten Mittelklassen,

die unter einer ökonomischen Kriseund/oder einer politischen Demütigung litten und sich vor demDruck subalterner gesellschaftlicher Gruppen fürchteten.

 

 

Hässliche neue Welt: Der postimperiale Faschismus

   Was haben die USA, Grossbritannien, Japan, Russland, Indien, Polen, die Türkei und Ungarn gemein: sie befinden sich im Griff einer neuen politischen Mode, die sich als postimperialer Faschismus umschreiben lässt.

Die Symptome

·         Empfindung gegenwärtiger Schwäche des jeweiligen Landes

·         Forderung, vergangene Grösse und Stärke wieder zu erreichen

·         Aufwallung nationalistischer Gefühle

·         Bereitschaft, politische Tabus und Anstandsregeln zu brechen

·         Isolationismus

·         Militarismus

·         Verfolgung von Minderheiten und Einwanderern

   Ein Phänomen, das gerne als rechtsorientierter Popularismus (Stanley Payne) kleingeredet wird, ist in Wirklichkeit eine neuartige, globale Form des Faschismus, der die Nostalgie breiter Bevölkerungsschichten, die verklärte Erinnerung an zerfallene imperiale Grösse ausnutzt. Mit dem Versprechen, das Land wieder “gross” und “rein” und "frei", manchmal auch “fromm” zu machen, lassen sich Millionen Bürger mobilisieren, lässt sich ein nationalistischer Rausch kickstarten.

   Eindrucksvolle Beispiele bieten derzeit die Brexit-Mode in UK und der Aufstieg Donald Trumps in den Vorwahlen in den USA. Doch auch Shinzo Abe in Japan, Kaczynski in Polen, Erdogan in der Türkei, Putin in Russland, Modi in Indien und Orban in Ungarn sind erfolgreiche Matadoren des neuen Faschismus, der statt einer Einparteien-Herrschaft "eine Auswahl verschiedener Instrumente benutzt, um die Medien zu beherrschen oder zu manipulieren, die Opposition einzuschüchtern, usw." (Roger Eatwell). Weitere Faschisten warten in den Kulissen auf ihre Stunde: Le Pen in Frankreich, Petry in Deutschland, Salvini in Italien, Hofer in Österreich, Wilders in den Niederlanden, um ein paar zu nennen.

   Für Länder, die sich für den neuen Faschismus bisher resistent zeigten, wird es jedoch höchste Zeit, sich auf die Gefahren einzustellen. Jedes Land, das sich eine imperiale Vergangenheit zuschreiben kann (selbst so kleine Länder wie Kroatien haben eine !) können fast über Nacht (wie UK und USA) von einem postimperialen Rausch übermannt werden, der sich als Allheilmittel für alle Probleme und nationalen Wehwehchen anbietet.

   Selbst wenn sich ein Land nicht für seine eigene imperiale Vergangenheit begeistern könnte, dann kann man immer noch das Grosse Ganze feiern und retten, beispielsweise den Islam, den Hinduismus, das “Abendland” oder die “Christlich-jüdische Kultur”.

   Eines ist jedenfalls klar: greift der postimperiale Faschismus weiter um sich, dann ist es um die schöne Welt des ausgehenden 20. Jahrhunderts geschehen: eine Welt, die sich einigte in Formen wie den Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der OECD, dem Internationalen Gerichtshof im Haag, dem Multilateralismus insgesamt. 

   Robert Kagan kommentierte Donald Trumps Erfolg in den Vorwahlen:   "Alexander Hamilton fürchtete, dass...die Entfesselung populärer Leidenschaften nicht zu mehr Demokratie, sondern zum Auftauchen eines Tyrannen führen würde, der auf den Schultern der Leute die Macht ergreifen würde. Dieses Phänomen zeigte sich im letzten Jahrhundert in anderen demokratischen und quasi-demokratischen Ländern, und wurde allgemein "Faschismus" genannt. Faschistische Bewegungen besassen ebenfalls (wie Trump, --ed) keine kohärente Ideologie, keine Rezepte für die Leiden der Gesellschaft."

 

Heinrich von Loesch