Exarchia ist ein reich mit Graffiti geschmücktes Viertel  in der Altstadt Athens, nicht weit vom Omonia-Platz.  Für seine Studenten-Unruhen und Anarchisten-Treffs bekannt, ist Exarchia auch der Ort, an dem die Linkspartei Syriza entstand. Tsipras, Varoufakis & Co wohnen hier.  Es ist so, als ob Neukölln Deutschland regierte. Ein schiefer Vergleich?

   Hier wie dort leben in den linken Szenevierteln junge Leute, die wenig Geld aber viel Zeit haben, um über Gott und die Welt nachzudenken.  Vor allem über die Welt, die ihnen fehlkonstruiert erscheint.  Intelligent, sprachkundig, vernetzt, stehen sie in ständigem Kontakt mit ihren Gesinnungsfreunden im Ausland: in England, in Frankreich und in den USA.

   Mit ihnen sind sie sich einig, dass die Welt -- vor allem die Politik -- erneuert werden muss, und sie zehren dabei von den Lehrsätzen des französischen Philosophen Alain Badiou, der die gängige Ethik als eine Form des Nihilismus brandmarkt:

  Die heutige Ethik bezeichnet die Unfähigkeit, etwas Gutes zu benennen und es anzustreben. Sie ist Symptom einer Welt, die Resignation mit Abgrenzungs- und Zerstörungswillen verbindet. Die Logik des Kapitals gilt als notwendig, objektiv und nicht diskutierbar. Ethik ist Ergänzung des Unausweichlichen. Die Konsensethik angesichts des Unmenschlichen fördert die Resignation und das Akzeptieren des Status quo. Jedes Projekt der Emanzipation zerstört den Konsens, da jede neue Wahrheit auf den Widerstand des Bestehenden trifft. Die moderne Ethik ist die spirituelle Ergänzung dieses Konsenses und erschrickt vor jeder Form der Zwietracht. Sie verbietet Ideen und Denkprojekte und überdeckt die zum Handeln auffordernden Situationen mit humanitärem Gerede. (wikipedia)

   In der politischen Praxis will Syriza Strukturen aufbrechen, das politische Denken eines Landes irreversibel verändern und dabei jeden Kompromiss mit dem Bestehenden ablehnen.  In diesem Rigorismus ist Syriza den dschihadistischen Milizen nicht unähnlich, die der modernen Ethik eine angeblich koranische Ethik entgegensetzen und das humanitäre Gerede verspotten.

  Neuerungen, die einer Wahrheit entsprechen, sind bei Badiou immer gegen bestehende Strukturen gerichtet, sie brechen als Ereignisse aus dem Nichts in die Strukturen ein und verändern sie nachhaltig. Wahrheitsereignisse sind zudem ausschließlich subjektiv: Die Wahrheit eines Ereignisses erweist sich – nachträglich, mit Bezug auf dessen ‚Einbruch’ – allein in der Praxis, in der (illegalen) Handlung eines Subjekts. (Kamecke, 55)

   Das Referendum vom 5. Juli 2015 war für Syriza der Beweis, dass der Einbruch in die Strukturen nachhaltig gelungen ist.  Selbst die zerschmetterte Opposition erkennt nun die Wahrheit des Ereignisses und unterstützt den Premier bei seinen Verhandlungen in Brüssel.

   Oberflächlich betrachtet, geht es Syriza um die Rettung des Volkes vor den Konsequenzen eines finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs.  In der Eurozone zu bleiben ist Teil der Strategie wegen der vielen Vorteile, die damit verbunden sind.

   In Wirklichkeit widersprechen Euro und Eurozone jedoch dem Konzept der radikalen Demokratie, nämlich der Wiedererfindung der Demokratie, wie sie der griechisch-französische Philosoph Cornelius Castoriadis (1922-97) forderte. Antike griechische Demokratie sei laut Castoriades und dem Franzosen Jacques Rancière auf Chaos gegründet gewesen, während moderne Demokratie kodifiziert sei und den öffentlichen Raum einnehme, während sie dabei die Autonomie der Nichtbürger -- beispielsweise Protagonisten von Syriza -- ausschliesse.

   Das Streben nach Wiederbegründung der Demokratie lehnt das Konzept der Staatengemeinschaft Europas ab, verlangt Griechenlands Austritt aus der NATO, die Schliessung der amerikanischen Militärbasis auf Kreta und die Beendigung der militärischen Zusammenarbeit mit Israel, um nur einige der aussenpolitischen Forderungen zu nennen. Antikapitalistische und staatswirtschaftliche Reflexe teilt Syriza mit vielen anderen linken Strömungen.  Paranoide Ängste vor heimlichen Machenschaften der Gläubiger, der internationalen Konzerne und ihrer griechischen Mitläufer vervollständigen die Festungsmentalität der Syriza, die Tsipras und seine Leute dank einer ausgezeichneten Medienkampagne erfolgreich auf die Wählerschaft übertragen konnten.

   Während die Weltöffentlichkeit das griechische Geschehen aufmerksam beobachtet, gibt es nicht wenige Griechen, die dem Wirken der Syriza in Athen und Brüssel eher amüsiert folgen. Die Klasse der Besitzenden in Hellas ist gross und ungewöhnlich reich. In den Jahrzehnten seit dem Sturz der Militärdiktatur 1974 hat sich das Bürgertum einschliesslich der Sozialdemokratie am Staat gemästet. Es ist ja nicht so, wie gern behauptet wird, dass Griechenland jahrzehntelang "über seine Verhältnisse gelebt" habe.

   Nur ein Teil der enormen Summen, die von Brüssel und internationalen Kreditgebern in das Land geschleust wurden, kann als tatsächlich "verbraucht" gelten. Der grosse Rest wurde privatisiert, diente der Vermögensbildung einer Oberschicht, die einen erheblichen Teil davon im Ausland sicherte. Wie der deutsche Ökonom Hans Werner Sinn errechnete, verfügen die Griechen insgesamt über rund 120 Milliarden Euro mehr Vermögen, als einem Land dieser Grösse angemessen wäre.

   Diese Oberschicht ist international verwurzelt, an ihr perlt die Athener Tragikomödie weitgehend ab, denn für sie gilt seit vielen Jahren: "Gesellschaft wird zu einer Ressource, deren ökonomische Ausbeutung vom Staat nicht verhindert, sondern befördert wird. Diejenigen Teile der Gesellschaft, die sich nicht ausbeuten lassen, werden aufgegeben, abgespalten, unsichtbar ge­macht." (Radikale Demokratie)

   Während Exarchia vom Schlachtfeld diverser Anarchisten-Aufstände zum Quasi-Regierungsviertel mutierte, steht Neukölln noch am Anfang einer Entwicklung, die allerdings seit den Krawallen vom Januar 2012 schnell fortschreitet. Noch ist Neukölln mehr mit Netzaktivisten, Piraten und Künstlern als mit Polit-Philosophen gesegnet, deren Wirken allerdings auch in der Szene kritisch gesehen wird: 

"...das ist das Problem mit all den Aktivisten...Sie sind Besserwisser, die bei jeder Gelegenheit anderen Leuten erzählen müssen, wie es doch besser ginge, selbst aber nichts auf die Beine stellen. Da ja auch wieder eine ganze Reihe von Piraten dabei ist: na mit  "alles frei verfügbar" macht man eben nicht die notwendige Kohle um etwas ... hochzuziehen."

   In der Zwischenzeit bekämpft man halt die Gentrifizierung des hübschen Altbauviertels Nord-Neukölln.

Heinrich von Loesch

 

 

 

 

   Der Mörder lachte, während er seine Opfer mit der Maschinenpistole hinrichtete: Seifeddine Rezgui Yacoubi, der Attentäter am Strand von Sousse (26. Juni 2015). Seine Autopsie ergab, wie die Daily Mail berichtete, dass er bei der Tat unter dem Einfluss der Droge Captagon (Fenetyllin)  stand. Zu der Familie der Amphetamine gehörend, wirkt Captagon enthemmend und suggeriert Omnipotenz, wie ein Fachmann,  Dr. William Lowenstein von SOS Addictions, erklärt:

   "Comme tous les neuroexcitants, cette molécule entraîne une résistance à la fatigue et donne l'impression à celui qui la prend qu'il n'a plus de limites. Il est deshinibé et devient capable de passer à l'acte sans crainte de la réaction des autres qui n'existent même plus pour lui.  Mais il ne suffit pas de prendre du captagon pour fusiller 38 personnes ! Dans ce cas, la drogue a agi sur un cerveau "préformaté". Généralement, cette substance est utilisée pour ses propriétés dopantes. Dans les années 1960 à 1970 c'était d'ailleurs la molécule la plus utilisée dans le cyclisme."

   Dr. Lowenstein meint, um 38 Menschen zu ermorden, reiche Captagon allein jedoch nicht. Das Hirn des Mörders müsse "vorformattiert" sein. Zur Erinnerung: die kurdischen Kämpfer in Kobane hatten bereits vermutet, dass die Dschihadisten des IS beim Kampf um die Stadt gedopt waren. Nur so liesse sich ihre achtlose Selbstgefährdung erklären.

-- editor

 

 

 

 

 

  

   Wir danken Alexis Tsipras und seinen kampfesfreudigen Genossen dafür, dass sie uns vor dem Sturz ins Sommerloch bewahrten. Was der IS nicht schaffte, Boko Haram und die Saudis in Jemen verfehlten, das gelang Tsipras mühelos: Seiten und Seiten deutscher Gazetten und Stunden deutscher TVs mit Hellenischem zu füllen. Selbst Lord Byron und den Heerscharen der Philhellenen war es nie gelungen, Hellas so tief in die deutsche Seele einzubringen. Jeder Michel weiss jetzt etwas darüber und hat eine Meinung zu der Athener Tragikomödie.

   Ein enormes Kapital für den künftigen Hellas-Tourismus. Nun will Schäuble im Einklang mit Brüssel den Frischverarmten humanitäre Hilfe (statt, wie bisher, Geldtransfers) schicken. Ein CARE-Paket für die vor Bankschaltern wartenden Rentner? 

    Der Ruf  "Adoptiere einen Griechen!" könnte die Massen der gutmenschlichen NGOs zu neuen Spendenrekorden beflügeln. Ein Wohltätigkeitsdinner mit ex-Finanzminister Varoufakis erlaubt einen direkten Blick in den Hades der trotzkistisch-anarchistischen Wirtschaftspolitik. Schauder! Ach ja, und was war mit dem Grexit?  Der ist doch längst schon passiert, am Tag, als Tsipras das Referendum ankündigte. Das war der Grexit, und keiner hat's gemerkt. Nun ist der Euro für Hellas, was der Dollar in Kuba ist: das Zahlungsmittel der Wohlhabenden. Für das Volk gilt in Kuba der Peso, in Hellas heisst die Hilfswährung erst mal "Warten!", beziehungsweise "Schlange stehen!".

   In der fernen Vergangenheit von 2010 erkannte Deutschlands führender Ökonom Hans-Werner Sinn bereits, dass für Griechenland ein Verbleib im Korsett des Euro (statt der von ihm empfohlenen Rückkehr zur Drachme) eine schreckliche Abwärtsspirale der Wirtschaft mit Massenverarmung und Unruhen auslösen würde. Prophetisch: denn genau so kam es. Damals schrieb german,pages.de, dass rund 40 Prozent des Umfangs der griechischen Wirtschaft durch das hemmungslose deficit spending griechischer Regierungen entstanden sei und abgebaut werden müsse, bevor Hellas wieder auf eigenen Beinen stehen könne.

    Seither schrumpfte das griechische  Sozialprodukt um ein ganzes Viertel. Was passiert mit den anderen 15 Prozent, die zu den gedachten 40 Prozent noch fehlen?  Ganz einfach: die hat O Kyrios Tsipras in den wenigen Monaten seiner Regierung bereits beseitigt. Schneller als Brüssel hoffen durfte, hat er die Hellenen der wohlverdienten Armut ausgesetzt, hat den riesigen Importsektor an den Abgrund des Ruins geführt, so dass von bulgarischem Käse bis zu australischem Gefrierfleisch ernste Versorgungsengpässe drohen, von Lebenswichtigem wie Medikamenten ganz zu schweigen..

   Die Griechen hätten sich einen anderen Sommer gewünscht. Noch sieht es so aus, als ob es weiter abwärts gehen werde, bevor es wieder aufwärts gehen kann. Noch stornieren viele deutsche Touristen ihre Reisepläne. Aber irgendwann werden sie dieses verrückte Land im Südosten sehen wollen. Millionen potentieller Philhellenen.

 

-- editor

   Ausgerechnet in der Locris Kalabriens, im schlimmsten Herrschaftsgebiet der N'drine, der kalabrischen Mafia, beweist der Ort Riace, wie sich 400 Migranten bestens integrieren lassen und einen Bonus für die Entwicklung darstellen. Ein Video der Zeitung Il Fatto Quotidiano zeigt, wie die Zuwanderer arbeiten, verlassene Häuser restaurieren, Handwerke erlernen und die Wirtschaft beleben. 

   Übrigens, Riace ist der Ort, bei dem im Meer die berühmten Bronzekrieger aus dem 5. Jahrhundert v. C. gefunden wurden

  "Ci sono posti dove l’accoglienza dei migranti non solo funziona, ma è anche unarisorsaperilterritorio. Paesini “fantasma” se non ci fossero i “disperati” arrivati inItalia sui barconi . È il caso di Riace, nella Locride in provincia di Reggio Calabria, dove da anni i cittadini convivono con circa 400 migranti ai quali sono stati date le case abbandonate dagli italiani che si sono trasferiti al Nord."

 

   In an article in Breitbart, Amra Bone - the UK's only female sharia 'judge' - has stated that Muslims "cannot" be asked to have only one wife.  In other words, the law of the land should not apply to Muslims. 

   Bone goes on to say that "people have a right to decide for themselves" and in doing so, evokes the language of freedom that is so manipulated by Islamists.  One does, and should, have personal freedom in Britain, but what Islamists like Bone don't appear to understand is that this doesn't include the freedom to break or live outside of the law of the land. 

   Sharia Watch has stated many times that a parallel system of family law is alive and kicking in Britain - and much of it is at odds with the UK's laws.  Domestic violence is permitted, women have no unilateral right to divorce, and child custody is to fathers only - regardless of circumstances or the well-being of the child.  The British Government must start taking this seriously.  The sharia system in this country is being run by jihadists and Islamists, and if the Government is serious about fighting extremism, this is the place to start.  A clear message that all who live in the UK must live by the UK's laws is long overdue.

   Here is the article in full:

"Britain’s first female sharia law judge has issued a brazen warning that flies in the face of UK law, stating that the “government cannot ask Muslims not to have more than one wife”.

   The news comes on the back of a report by the Times newspaper which claims that Britain is experiencing a “surge” in Sharia marriages, as young British Muslims adopt a more hardline religious stance than their parents.

   The Times reports:

“As many as 100,000 couples are living in such marriages, which are not valid under UK law, experts said. Ministers have raised fears that women can be left without the right to a fair share of assets if the relationship ends, while others are forced to return to abusive “husbands”.”

A leading Islamic family lawyer warned that the increase in Sharia ceremonies among the 2.7 million-strong Muslim population in Britain was also behind a growth in “secret polygamy”.

“Probably a quarter of all couples I see involve polygamy issues,” Aina Khan told The Times. “There has been a huge rise in recent years because people can have a secret nikah [Islamic marriage] and no one will know about it.”

The growth in a parallel marriage system that bypassed the register office was being driven by Muslims aged below 30, who were becoming more religious, she said. Other factors include finding a way around the expectation of no sex before marriage and a fear of British family courts, which presume that assets should be split equally.

   Muslim Arbitration Tribunals, colloquially known as Sharia courts, have existed in the United Kingdom since 1996, when the Arbitration Act began to allow for different religious laws to be applied in cases such as divorce.

   While the tribunals are supposed to work within UK law, recent reports suggest that young Muslims are not registering their marriages with the government under UK civil law, instead simply using nikha ceremonies, which can lead to men having a number of wives, and none of the legal responsibility towards them usually afforded to spouses under the 1949 Marriage Act.

   Now, Amra Bone, who is the UK’s first female Sharia council judge, has said that “the government cannot — ask Muslims not to have more than one wife. People have a right to decide for themselves,” implying that British Muslims are free to operate outside UK law, as a rule unto themselves and the Sharia courts they feel are legitimate.

   Muslim women who enter into marriage in Islamic ceremonies are often duped into thinking that the marriage under Islamic law is enough to protect them under UK law. As such, they receive none of the usual protections under UK law, such as assets being divided in cases of divorce.

Sharia Watch